|  Die Bundeskanzlerin Corina Casanova und der Direktor vom BAKOM, Martin Dumermuth.
 5. Mai 2010: der Direktor vom Bakom erhält das Label von A. Bernasconi, Präsidentin vom Verein Zweisprachikeit
Pressemitteilung vom 5. Mai 2010. Rede (auf F) von Frau Bundeskanzlerin Corina Casanova, 5. Mai 2010.
1. Worum geht es ?
Das Label ist eine Auszeichnung, vergleichbar mit einer ISO-Zertifizierung, die nach einem Testverfahren zugeteilt wird. Das Label bezeugt, dass die Organisation oder das Unternehmen die Zweisprachigkeit pflegt, dies sowohl gegenüber der Kundschaft wie gegenüber den Mitarbeitenden.
2. An wen richtet sich das Label ?
Ob Unternehmen, Institution oder Geschäft, grundsätzlich kann jede Organisation, die in einem zweisprachigen Umfeld tätig ist und regelmässig die französische wie die deutsche Sprache (oder Schweizerdeutsch) intern und nach aussen verwendet, das Label beantragen. Entwickelt wurde das Label in der zweisprachigen Stadt Biel; dort wurden auch die ersten Unternehmen ausgezeichnet. In der Zwischenzeit hat es sich in der Region etabliert, gewinnt an Bekanntheit im Kanton Bern – und bald gar in der ganzen Schweiz?
3. Was bringt das Label ?
Für das Unternehmen ist das Label unbestreitbar ein Marketing-Argument. Die Auszeichnung garantiert, dass die Organisation ihre Tätigkeit in einem zweisprachigen Umfeld entfaltet. Das Label bestätigt, dass sie die Anliegen einer anspruchsvollen Kundschaft mit Sorge und Kompetenz in zwei Sprachen aufnehmen und befriedigen kann – mit ihren Produkten und ihren Dienstleistungen sowie der entsprechenden Kommunikation. Das Label bekundet ebenfalls den Respekt des Betriebes gegenüber der sprachlichen Minderheit und die Wertschätzung der Sprachkompetenzen seiner Mitarbeitenden.
Die mit dem Label ausgezeichneten Unternehmen kommen in den Genuss der Werbe-, PR- und anderen Aktivitäten des Vereins Zweisprachigkeit+ sowie dessen politischen, sozialen und beruflichen Netzwerkes. Über das einzelne Unternehmen hinaus trägt das Label dazu bei, die kommunikativen Kompetenzen einer ganzen Region ins Licht zu rücken. 4. Wer steht hinter dem Label ?
Das Label wird vom Verein Zweisprachigkeit + verliehen. Dieser wurde 2001 in Biel gegründet, um die Tätigkeit des Forums für die Zweisprachigkeit zu unterstützen. Ziel ist, die Zweisprachigkeit in der Region zu fördern, das heisst, das gegenseitige Interesse und den Respekt zwischen den Sprachgemeinschaften zu pflegen.
Die Zusammensetzung des Vorstandes widerspiegelt die politische, wirtschaftliche und kulturelle Vielfalt der Region. Die Vereinskosten werden im Wesentlichen durch Mitgliederbeiträge und Einnahmen aus der Zertifizierung gedeckt. Sekretariat und Administration werden vom Forum für die Zweisprachigkeit gewährleistet.
5. Wem wurde das Label bisher verliehen ?
In den Jahren 2001 bis 2006 konnten 25 Unternehmen/Organisationen mit dem Label zertifiziert werden. Darunter befinden sich lokal verankerte KMUs, Filialen kantonaler, nationaler und internationaler Firmen, Geschäfte, Verwaltungen sowie Institutionen aus den Bereichen Kultur, Soziales und Bildung. Zertifizierte Unternehmen (pdf).
6. Was fordert das Label ?
Die interessierte Unternehmung wird nach klaren Kriterien in einem festgelegten Prozess beurteilt : Erscheinung und Kommunikation gegen aussen / Produkte und Dienstleistungen / Zusammensetzung des Personals / sprachliche Kompetenzen der Mitarbeitenden / Qualität der internen Kommunikation / besondere Bemühungen. Die Besonderheiten der Branche und des Umfeldes werden in der Beurteilung berücksichtigt.
Den gesamten Kriterienkatalog finden Sie hier (pdf).
7. Wie läuft der Zertifikationsprozess ab ?
Das Verfahren enthält verschiedene Etappen. Nach Unterzeichung einer Vereinbarung mit dem Verein Zweisprachigkeit+ führt das Unternehmen/die Organisation eine Selbstbeurteilung durch und dokumentiert diese in einem Dossier. Dann wird die ganze Belegschaft mittels Fragebogen befragt. Die Beurteilung wird ergänzt durch Besuche und Stichproben durch die Label-Experten. Diese können auch beraterisch wirken, um festgestellte Schwachstellen zu beheben. Erfüllt das Unternehmen die Kriterien, so wird ihm das Label im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung übergeben. Ablauf des Verfahrens (pdf) Fragebogen Unternehmen (pdf) Fragebogen Personal (pdf)
8. Was kostet der Zertifikationsprozess ?
Die Preise richten sich nach der Grösse des Unternehmens:
1 bis 9 Personen: Fr. 1'800.- 10 bis 19: Fr. 2'200.- 20 bis 49: Fr. 4'200.- 50 bis 99: Fr. 5'600.- 100 und mehr: gemäss Absprache.
9. Ein Label fürs ganze Leben ?
Zweisprachigkeit ist ein lebendiger Prozess, er entwickelt sich und braucht Pflege. Damit Qualität und Glaubwürdigkeit des Labels erhalten bleiben, muss jedes zertifizierte Unternehmen mit punktuellen Kontrollen rechnen. Nach 5 Jahren sichert eine Rezertifizierung, dass das Unternehmen seine Bemühungen fortsetzt.
Eclipse AG: Label für die Zweisprachigkeit bestätigt, März 2008 (pdf).
 Eclipse AG: Label für die Zweisprachigkeit bestätigt
 Von l. zu r.: Peter Gruber, Credit Suisse, Sophie Ménard, WIBS und Hans Neuenschwander, BKW Energie. Labelisierung im April 08 bestätigt!
Credit Suisse Biel, BKW Energie und Wirtschaftskammer Biel-Seeland: Label für die Zweisprachigkeit bestätigt, April 2008 (pdf).
"Es geht nicht darum, immer die Sprache des anderen zu verwenden, sondern darum, zwar seine eigene Sprache zu sprechen, aber gleichzeitig diejenige des Partners zu respektieren. Das heisst im Alltag die eigene Sprache zu gebrauchen und sich bemühen, die andere zu verstehen. Das Verständnis für die andere Kultur, der Wille, ihr genügend Raum zu gewähren, ist wohl wichtiger als alle Schul- und Grammatikkenntnisse in Deutsch oder Französisch. Dies ist letztlich eine Frage des Verständnisses." Lionel Frei, Generalagent, Vaudoise Versicherungen Biel
10. Wir sind am Label interessiert : Wer gibt Auskunft ?
Die Präsidentin des Vereins Zweisprachigkeit+: Ariane Bernasconi, Tel.: 079 475 91 16. Sekretariat: c/o Forum für die Zweisprachigkeit: Danièle Criblez, Tel. 032 323 22 80.
Hier finden Sie die vollständige Broschüre (pdf).
|